Schützenheim

Schützengesellschaft

Birgland-Betzenberg e. V.

Wappen Schützengesellschaft

Chronik der Birglandschützen

 Schon lange trug man sich mit dem Gedanken, wie anderwärts, auch in unserer Gemeinde einen Schützenverein entstehen zu lassen. nur wenige sind und waren es, sich dem Sport zu widmen. Trotzdem trat man im Jahre 1925 mit der Gründung heran.

So beginnt die Einleitung im Protokollbuch der Schützengesellschafft Schwenderöd:

1924 - der erste Weltkrieg vorbei, viele Kriegsteilnehmer gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft. Dazu die im Gefolge des Krieges herrschende und nun ausklingende Inflation(Geldentwertung), das gesellschaftliche Leben am Tiefpunkt. Da fand sich eine Handvoll Männer in Geselligkeit, man hatte noch die Soldatenkameradschaft in frischer Erinnerung, um diese Geselligkeit und Kameradschaft aufleben zu lassen, weiter zu pflegen. Man kam überein, einen Sportschützenverein zu gründen. Die Mittel waren rar, doch wo ein Wille, findet sich ein Weg. Einer der Teilnehmer stellte seinen Zimmerstutzen zur Verfügung und schon wurde geübt. Es wurde eine provisorische Vorstandschaft aufgestellt:
                       Schützenmeister:                 Georg Scharrer, Schwend
                       Kassier:                               Hans Herbst, Schwenderöd
                       Schriftführer:                       Körner, Hauptlehrer in Schwend.


Als Übungsraum wurde der Herbst`sche Saal in Schwenderöd bestimmt. Man nahm nun teil am Preißschiessen in Neunkirchen und in Ursensollen. Als Vereinsbeitrag wurde RM 0,20 festgelegt, was aus heutiger Sicht arg bescheiden wirkt, war damals viel Geld nach der Geldentwertung. Nach fast zwei Jahren Konsolidierung war man dann soweit. Am 12.12.1926 konnte die erste Generalversammlung mit Vorstandswahlen in der Gaststätte Herbst in Schwenderöd abgehalten werden. Das Wahlergebniss:
                           1. Schützenmeister:  Georg Scharrer, Schwend
                           2. Schützenmeister:  Leonhard Maiß, Riedelhof
                           Kassier:                    Hans Herbst, Schwenderöd
                           Schriftführer:            Körner, Hauptlehrer in Schwend
                           Rüstmeister:             A. Herbst, Schwenderöd
                           Ausschuss:                K. Pickel, Hainfeld und
                                                            Hans Völkel, Ödhaag                       Nun war der Schützenverein gefestet!
Außer Übungsschiessen wurden bereits am 2. Pfingstfeiertag 1927 der erste Schützenball in Schwenderöd abgehalten, mit zufriedenstellendem Ergebniss.  Im August 1927 nahm man am 5. Gauschießen des OSB teil.


1928 bei der Teilnahme am Gauschießen in Rosenberg errang L. Mais den Gauschützenkönig. Am 2. Pfingsfeiertag war wieder ein gelungener Vereinsball.
 

1929 - Man nahm am Königsschießen beim Nachbarverein teil und konnte den 2. Preiß - eine Silbermünze - mit nach Hause nehmen. Beim vereinseigenen Königsschießen wurde L. Mais Schützenkönig.

 
1930 - Teilnahme des Vereins am auswärtigen Preißschießen in Sulzbach und Amberg. Preise konnten erringen: Mais, Hubner und Schötz. Schützenkönig wurde A. Herbst, Schwenderöd. Beim Begrüßungsschießen anlässlich der Gauversammlung konnte wieder eine Silbermünze errungen werden. Am 2. Weihnachtsfeiertag war Schützenball bei Herbst in Schwenderöd, mit - wir aufgezeichnet - zufriedenstellendem Ergebnis. So konnte am darauf folgenden Samstag der Schützenverein eine kleine Feier bei Hasenbraten und Knödel mit Freibier der Brauerei abhalten.


1931 - Eine Abordnung des Vereins nimmt an der Gau- und Jahresversammlung in Sulzbach teil. L. Mais konnte den 5. Preis mit nach Hause nehmen. Der Verein selbst kam bei der Wertung an die 6. Stelle. Anlässlich des Weihnachtsschießen am 27.12.1931 besuchte der Gauschützenmeister Hans Schwarzkopf aus Sulzbach die Veranstaltung.


1932 - Am Pfingstmontag war Schützenball im Herbst-Saal in Schwenderöd. Teilnahme am 60jährigenJubiläumsschießen bei Amphora in Sulzbach mit 10. Gauschießen. In diesem Jahr wird erstmals ein Mitgliederstand von 20 Schützen genannt. Auch war man nun soweit bei Kasse das der Verein sich einen 2. Zimmerstutzen anschaffen konnte. Am 30.10.1932 war Generalversammlung mit Neuwahlen. Ergebniss wie folgt:
                1. Schützenmeister:    L. Mais sen.
                2. Schützenmeister
                und Schriftführer:        Körner, Hauptlehrer in Schwend    
                Kassier:                      Silberhorn, Lehrer in Schwend
                Rüstmeister:               A. Herbst, Schwenderöd
                Beisitzer:                    Hans Herbst, Schwenderöd und                                                                        Gg. Scharrer sen, Schwend
Am 18.12.1932 war Königsschießen mit Ehrung und Besuch durch Gauschützenmeister Schwarzkopf aus Sulzbach. Schützenvater Gg. Scharrer aus Schwend wird vom Verein zum Ehrenschützenmeister ernannt. Mit Überreichung des Prinz-Alfons-Erinnerungszeichens (Protektor der Schützengesellschaft in Bayern). Schützenkönig wurde Silberhorn, Lehrer in Schwend.


1933 - Prinz Alfons von Bayern ist tot. Hitler wird Reichskanzler. Diese Meldungen wirken wie ein Schock, sodass auch das Vereinsleben auf mehrere Monate zum stillstand kam. Am 3.12. kam folgende Nachricht vom Schützengau: Vereine sollen gleichgeschaltet werden. Das bewirkte den Rücktritt der gesamten Vorstandschaft. Der Ortsgruppenführer der NSDAP in der ehemaligen Gemeinde Schwend berichtet über Gleichschaltung und deren Bedeutung nach dem Führerprinzip. Nach alledem hatte man sich wieder gefangen und man schritt zur Neuwahl mit Ergebnis wie folgend:
        1. Schützenmeister:     L. Mais sen., Riedelhof
        2. Schützenmeister:     Körner, Hauptlehrer in Schwend     
        Schriftführer:               Gg. Schötz, Betzenberg 
        Kassier:                       Silberhorn, Lehrer in Schwend
        Zeugwart:                    A. Herbst, Schwenderöd
        Beisitzer:                     Pickel, Hainfeld und Schötz, Betzenberg
        Vereinsdiener:             Gg. Maiß, Riedelhof
Interessant sind die gefassten Beschlüsse: Monatsbeiträge für 1933 werden nicht eingehoben, Monatsbeiträge für 1934 werden wie bisher RM 10,- erhoben. Für nationale Arbeitsbeschaffung wurden RM 10.- gespendet. Dieser ganze Vorgang wurde vom Ortsgruppenleiter bestätigt. Ab diesem Zeitpunkt scheint es aus mit der Gemütlichkeit im Verein zu sein. Es wurde ruhig um das Sportschützenwesen und es wurde bis 6.4.1935 keine Eintragung in das Protokollbuch vorgenommen. 


1935 - Der Motor des Vereins - Hauptlehrer Körner aus Schwend - verabschiedet sich, wegen Versetzung, vom Verein. Damit schlief der Verein ein, wie es im Protokollbuch heißt. Das Interesse am Schützenverein erlahmte zusehends, sodass am 6.2.1937 die Auflösung des Vereins beschlossen wurde. Das Vereinsvermögen wurde versteigert. Zur Schlußabrechnung a, 23.10.1937 in Schwenderöd waren noch 14 Mitglieder erschienen. Somit endete das erste Kapitel der Sportschützen Birgland.


1952 - Es dauerte lange bis sich nach dem Krieg, mit seinen großen Verlusten, Heimatvereine finden oder bilden konnten. Es war wieder das Bedürfnis des kameradschaftlichen Miteinanders, das die Menschen zusammenführte und so kam es, dass sich in Popperg die Sportschützen zusammenschlossen und den Verein “Wilhelm Tell” aus der Taufe hoben. Die Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:
          1. Vorstand:                 Hans Högner, Popperg
          2. Vorstand:                 Georg Bayer, Popperg
          Schriftführer:                A.Eichinger, Schwend 
          Kassier:                       Georg Windisch, Gronatshof
Waren es am Anfang nur 16 Mitglieder, so konnten im folgenden Jahr schon über 20 Mitglieder an den OSB gemeldet werden.


1953 - Es bildete sich ein reges Vereinsleben und es wurde eine Theater gruppe aufgestellt. Man spielte in Poppberg, Fürnried, Betzenberg und Gebertshofen. Der Schützenverein “Wilhelm Tell” nahm am 3. Oberpfälzer Bundesschießen im Mai in Sulzbach teil.


1956 - Im August nahm man am 45jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe der Schützengesellschaft “Tell” Vilseck - wie Fahnenbänder erinnern - teil. Der Wiederaufbau nach dem Krieg kam immer mehr in Schwung und forderte seine Opfer.So kam es, daß das eine oder andere Mitglied wegen auswärtiger Arbeit oder wegen Wegzugs aus dem Verein scheiden musste. Die Folge war ein Schwinden des Vereins und das Erlöschen  im Jahre 1958. In der Zwischenzeit hatte man sich in Betzenberg stark gemacht, die Vorausetzungen waren hier günstiger und war entschlossen, einen Schützenverein ins Leben zu rufen, Der Motor des Gedankens -Georg Schötz - war ja bereits seit 1930 beim Schützenverein Schwenderöd dabei und am Ende dessen Schriftführer. Mit dieser Erfahrung und Praxis ging nun Georg Schötz an die Gründung des Schützenvereins Betzenberg mit Anlehnung an den ehemaligen Schützenverein Schwenderöd.


1958 - Eintrag vom 5.1. im Protokollbuch “Birglandschützen Wiedergründung”. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und in Anwesenheit des 4. Gauschützenmeisters Leo Purrer aus Michelfeld sowie des 1. Schützenmeisters von Großalbershof wurde nun die Wiedergründung des “Birgland Schützenvereins” aus der Taufe gehoben. Es ließen sich an diesem Tag bereits 42 Mitglieder eintragen und die Vorstandswahl verlief wie folgt:
          1. Schützenmeister:    Georg Schötz, Betzenberg Nr.15
          2. Schützenmeister:    Hans Müller, Aicha Nr.6     
          Schriftführer:              Hans Bachmann, Schwend Nr. 36
          1. Rüstmeister:           Christian Gnahn, Leinhof Nr. 3
          1. Kassier:                  Hans Keffel, Betzenberg Nr. 13
Bis zur ordentlichen Generalversammlung am 6.1.1959 kamen weiter 13 Mitglieder dazu, sodass abzüglich eines Austritts und drei als passiv gemeldet der Verein nun 51 Mitglieder zählte. Inzwischen kam auch ein Ehrenmitglied dazu. Konrad Pickel aus Hainfeld, Gründungsmitglied des Schützenvereins 1924 Schwenderöd, hatte 1937 bei der Versteigerung des Vereinsvermögens die Schützenkette gerettet und schenkt sie dem wiedergegründeten Schützenverein. Als Dank bekam Pickel die Ehrenmitgliedswürde des Vereins. In dieser Generalversammlung wurde auch der Vereinsname neu formuliert. Man nannt sich nun “Schützengesellschaft Birgland 1924”, sitz in Betzenberg. Der Verein nahm bereits 1958 am Fetszug des MGV Schwend teil, anlässlich dessen Fahnenweihe.


1961 - Teilnahme des Vereins am Gauschießen in Nitzlbuch. Georg Müller aus Aicha konnte hier die Gauschützenkönigswürde in Empfang nehmen.


1963 - Ernst Laurer wird Gaujugendritter beim Gauschießen in Michael-Poppenricht. So gingen die Jahre dahin, an den Wochenenden Übungsschießen, in den Wintermonaten einüben und aufführen eines ländlichen Theaterstücks, dazwischen Vereinsfasching mit Tanz. Im Sommer ein Vereinsausflug und bei besonderen Anlässen eine interne Feier, ob nun bei freiem Kaffee und Kuchen, gestiftet von der Vereinswirtin, oder bei einem ganzen Spanferkel gestiftet vom Hubner Hans.


1966 - Dem altgedienten Schützenmeister Georg Schötz wird vom Protektor des OSB, Graf Du Moulin-Eckart das Ehrenzeichen 2. Klasse für besondere Verdienste im Schießsport und Schützenwesen verliehen. Die Zeit forderte ihren Tribut, denn jedes Vereinsmitglied hatte auch noch einen Beruf und unser 1. Schützenmeister, schon tätig beim ehemaligen Schützenverein Schwenderöd, kam in die Jahre und war gesundheitlich angeschlagen.


1972 - Am 6. 1. bei der Generalversammlung legte Georg Schötz das Amt des 1. Schützenmeisters aus gesundheitlichen Gründen nieder. Durch Wahl wurde sein Sohn Hans Schötz an seiner Stelle zum 1. Schützenmeister gewählt.


1974 - Verleihung des Ehrenzeichens 2. Klasse des OSB im Auftrag des Protektors Graf Du Moulin-Eckart an Hans Schötz und Kurt Aust. Die Ära Georg Schötz, zuletzt Ehrenschützenmeister, ging in diesem Jahr durch deinen Tod endgültig zu Ende. Es war nicht unerwartet, doch war die Betroffenheit im Schützenverein, war er doch Motor, Gönner und Förderer, sehr groß. Wer ihn kannte, kann nur sagen  “Ehre seinem Andenken”.


1976 - In diesem Jahr beschloss man sich eine Vereinstracht zuzulegen. Daran beteiligten sich alle Mitglieder des Vereins, ob Damen oder Herren, und man kann sagen, die Wahl ist gelungen. Der Schützenverein beteiligte sich sehr flleißig an Festzügen in näherer und weiterer Umgebung, sowie am Spalierstehen am Volkstrauertag. Schmuck, sauber und ordentlich sehen sie aus in Ihren Trachten, die “Birglandschützen”.


1979 - Verleihung des Präsidenten Ehrenzeichens 1. Klasse mit Band an 1 Schützenmeister Hans Schöltz vom Protektor des OSB Dr. Jura Karl Leon Graf Du Moulin-Eckart für besondere Verdienste. Schon seit langem war das Übungslokal in Betzenberg nicht nur zu klein, es entsprach auch nicht mehr den Vorschriften. Man wollte zusammen mit dem Vereinswirt eine Erweiterung anstreben, was jedoch nicht zuwege kam. Auch die Überlegung, durch aufstocken der Garage der Fa. Nitzbon, ein Schützenheim zu schaffen, musste nach reiflicher Überlegung fallen gelassen werden. Da bot sich Schwenderöd, die Urheimat der Schützen, an. Im Anwesen der Gaststätte Herbst hatte ein Heuboden ausgedient. Im einvernehmen mit der Familie Herbst wurde dieser nun zu einem präsentablen Schützenheim, in Eigenleistung des Vereins, ausgebaut. Es umfasste einen Schießstand mit 4 automatischen Zügen sowie einem schönen Aufenthaltsraum. Durch den Ausbau des Heimes wurde es notwendig, den Verein ins Vereinsregister einzutragen, was noch im gleichen Jahr erfolgte. Nachdem die Schützengesellschafft Birgland nun e. V. am Standeröffnungsschießen in Königstein teilgenommen hatte, war es nun auch in Schwenderöd soweit.


1982 - Vom 29. Mai bis 17. Juni war für die Schützengesellschaft Birgland e. V. Standeröffnungsschießen in den neuen Räumen des Schützenheimes. Die Schirmherrschaft übernahm der Landrat Herr Dr. Hans Wagner.   Weitere Ehrengäste waren: Birgland-Bürgermeister Leonhard Loos, stellvertr. Landrat W. Morgenschweis, 1. Gauschützenmeister Karl Federer, Dir. Mutzbauer von der Sparkasse sowie 1. Vors. der Raiffeisenbank Hans Müller. Insgesamt nahmen 667 Schützen am Eröffnungsschießen teil. Diese Feierlichkeit wurde als großer Erfolg der Schützengesellschaft bezeichnet.

1983 - Es stand schon wieder eine Feierlichkeit an. Man feierte 25 Jahre seit der Wiedergründung des Schützenvereins. Man gedachte der verstorbenen Mitglieder und ehrte für 25jährige Vereinszugehörigkeit. Verliehen wurde das große Verdienstkreuz in Silber an Kurt Aust, Hans Sieß und Hans Keffel. Erhard Nitzbon wurde beim Gauschießen in Königstein 2. Gauritter.

1984 - Im Januar bei der Generalversammlung gab es einen Führungswechsel. An Stelle von Hans Schötz trat Erwin Schötz aus Ödhaag als 1. Schützenmeister an. Als Schriftführer kam Ulrike Utz an die Stelle des langjährigen Schriftführers Hans Keffel. Hans Schötz wurde Ehrenschützenmeister und bekam durch den 1. Gauschützenmeister Karl Fegerer die Silbernadel des Schützengaues überreicht.

 

1985 - Bei der sehr gut besuchten Schützenmeistertagung im April in Schwenderöd konnte der Verein den Vizepräsidenten des OSB Klaus Kutz begrüßen. Es zeichnete sich auch schon das 1988 stattfindende Fest der Wiedergründung ab. Auch gabs nach langem mal wieder ein Spanferkelessen, das von Hans Hubner gegstiftet wurde.

1986/87 - Diese beiden Jahre verliefen hauptsächlich im Zeichen der Vorbereitungen auf das große Fest der 30jährigen Wiedergründung. Aus dem Jahr 1987 ist noch der Vereinsbeschluß zur Anschaffung einer Vereinsfahne, um so als Krönung der Wiedergründungsfeier die Fahnenweihe mit einzubeziehen, zu vermelden. Weiterhin nahm man am Festzug des MGV Poppberg anlässlich seines 75jährigen Bestehens sowie an Schützenfestzügen in Kemnath/B. und Hartmannshof teil.

Weiter Chronik Teil 2